Die SPD in der Weststadt

Die Sozialdemokratie ist in Braunschweig schon seit 1865 eine politische Kraft. Damals schlossen sich die Industriearbeiter der Stadt in dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein zusammen, der 1869 in die SPD aufgegangen ist. Politischer Lenker der damaligen Zeit ist Wilhelm Bracke (1842 bis 1880) gewesen, dem ein großer Anteil an den fälligen Reformbestrebungen zu verdanken ist, die damals im ganzen Deutschen Reich auftraten.


Die Integrierte Gesamtschule Braunschweig Weststadt hat sich aus diesem Grunde 1981 nach einem großen Beteiligungsverfahren der Eltern, Schülerinnen und Schüler und des Kollegiums auch den Namen „Wilhelm-Bracke-Gesamtschule" gegeben.





Damals, im ausgehenden 19. Jahrhundert, hat es die Weststadt noch nicht gegeben. Erst 1962 begannen konkrete Planungen, in diesem Gebiet - bisher nur durch kleinere Wohnbauten entlang der Landstraße Braunschweig-Broitzem und den Kasernen an der jetzigen Münchenstraße geprägt - einen kompletten neuen Stadtteil zu etablieren. 1970 wohnten hier dann bereits 12.000 Einwohnerinnen und Einwohner und es zeigten sich alle Probleme, die es zwangsläufig gibt, wenn eine solche kleine Stadt am grünen Tisch geplant wird. Fehlende Infrastruktur, fehlende Einkaufsmöglichkeiten, schlechte Verkehrsanbindung. Eine einzige kleine Ladenzeile existierte, die heute noch besteht, an der Donaustraße. Eine kleine Volksschule (Altmühlstraße) und ein Kindergarten, dazu eine Notkirche.





Die SPD-Mitglieder, die hierher gezogen waren, gehörten damals zum Ortsverein Hohetor. Doch die Interessenlage der Weststädter ist eine gänzlich andere als diejenige der Menschen, die im traditionellen Ringgebiet leben. Aus diesem Grunde wurde 1972 der Ortsverein Weststadt der Braunschweiger SPD gegründet. Der politische Grund hierfür: die Schaffung einer starken Vertretung der Weststadt innerhalb der Sozialdemokratie. Tatsächlich wurde in den folgenden Jahren viel erreicht, auch durch das konsequente Auftreten der Weststädter SPD.





Hand in Hand mit der Erschließung weiterer Wohnbaugebiete gelang es 1974, das Einkaufszentrum Elbestraße mit moderner Tiefgarage zu etablieren. Die Integrierte Gesamtschule wurde gegründet, die heutige Wilhelm-Bracke-Gesamtschule. 1979 folgte die Einrichtung des ersten Wochenmarktes, 1981 bildete sich auch der Bezirksrat Weststadt als politische Vertretung der Bürgerinnen und Bürger. Es folgte das Jugendzentrum, aus der Polizeistation in einem Hochhaus wurde das 5. Polizeirevier (heute 5. Kommissariat), aus den Kasernen wurde die Hochschule für Bildende Künste, Verwaltungsräume für die Bezirksregierung, das Gemeinschaftshaus Weststadt und anderes mehr.





An diesen Entwicklungen hat sich die SPD Weststadt als stärkste politische Kraft beteiligt und sie natürlich zum Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht. Erster Vorsitzender war Fritz Müller, dem Armin Wilke, später Dagmar Neumann und Dagmar Anders folgten. Ab 1993 wurde die Weststädter SPD durch Marco Lamcke geführt, der auch in der Weststadt aufgewachsen ist. Nach seinem Ausscheiden hat die Aufgabe Marion Evers-Ohlms übernommen.